in-galicien/”>politiker Nyx,
> > > oder Land, und den eigenen Geist als absoluten
> > > Maszstab fuer die ganze Welt zu definieren?
> >
> > Und wo tut das Judentum dieses?
> >
> In der Gestalt des israelischen Staates
> (von dem sich das Judentum offenbar dominieren laesst)
So kann ich den Satz nicht interpretieren.
Meinten Sie stattdessen: der sich vom Judentum
offenbar dominieren läßt?
Das Judentum läßt sich ganz sicher nicht vom israelischen
Staat dominieren, es ist über 1800 Jahre ganz ohne
jüdischen Staat ausgekommen.
> tut es das in der Nichtanerkennung
> moslemischer Kultur.
Und wo genau wird vom israelischen Staat die moslemische
Kultur nicht anerkannt?
Es gibt eine Million (überwiegend muslimischer) Araber
mit israelischen Pässen im israelischen Kernland (Grenze
vom 1. Juni 1967). Denen gefällt es da anscheinend
immerhin so gut, dass sie
das Leben in der jüdischen Mehrheit offenbar einem
Leben in einem arabisch/muslimisch dominierten Staat
vorzuziehen scheinen, trotz der gesellschaftlichen
Benachteiligung.
> Ist es eine Idee Menschen nicht weh zu tun?
Diese Idee stammt übrigens aus dem Judentum:
- die menschliche Würde ist g-ttlichen Ursprungs (Gen 1-2)
- “Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst” (Lev 19, 18).
Kriege haben es leider so an sich, dass man sich dabei
gegenseitig weh tut. Wenn es halbwegs zivilisiert abläuft,
bemüht man sich darum, gegnerische Zivilisten
nicht zu schaden kommen zu lassen.
Man kann geteilter Meinung sein, wer welchen Anteil
an der Eskalation der Situation zu verantworten hat.
Aber so zu tun, als würde die Ideologie von
Hisbollah, Al-Aqsa, Hamas und Dschihad die Idee, dass man
“Menschen nicht weh tun” solle, verteidigen würden,
ist schon ziemlich dreist.
> An denselben G’tt glauben alle schon, aber das macht die Sache
> womoeglich umso schlimmer, man sehe sich einmal den Streit um den
> Tempelberg an.
In der Tat, das ist sehr schwierig.
Aber solange es nicht so war, das Muslime nach dem
Freitagsgebet Steine auf die unten am Freitag abend an
der Klagemauer betenden Juden geworfen haben, hat
es eigentlich ziemlich gut funktioniert mit der Teilung.
Zur Erklärung: Davor war es Juden seit der Vertreibung
durch die Römer verboten, das Areal an der Klagemauer
zu betreten, insbesondere auch unter arabischer und
ottomanischer Herrschaft, und ganz besonders unter
jordanischer Verwaltung.
> In der Ueberzeugung, die eigene Variante des Glaubens
> sei die Ueberlegene,
Das glauben weder relevante muslimische
noch jüdische Führer.
> spricht man sich gegenseitig die kulturellen
> Wurzeln und Faehigkeiten ab und zerstoert antike Funde.
Mir ist nicht bekannt, dass der Staat Israel muslimische
Funde zerstört hätte. Ihnen vielleicht?
Hingegen gibt es deutliche Hinweise darauf,
das die PA aufgefundene Reste der beiden biblischen Tempel
bereits zerstört hat.
Es gibt ja auch offizielle PA-Verlautbarungen, in denen
gesagt wurde, die jüdische Behauptung, der Tempelberg
habe mal ein jüdisches Heiligtum beherbergt, sei
zionistische Propaganda.
(Besonders tragisch ist ja, dass der Tempelberg
*nur* deshalb eine wichtige Rolle in Islam
und Christentum bekommen hat, weil dort das
zentrale jüdische Heiligtum stand.)
Und was mit dem Josefsgrab in Nablus passiert ist,
nachdem die Israelis abgezogen sind, ist sicher noch
in präziser Erinnerung.
Lange Rede kurzer Sinn: In diesem Fall trifft die
Kritik nur eine Seite.
> > > Entrechtung und Landnahme gab es auch schon vor den drei grossen
> > > Religionen des heiligen Landes, sie wurden aber nie so ueberhoeht
> > > begruendet.
> >
> > Die Mehrheit der Israelis ist, wie die Mehrheit der Deutschen
> > sekular. Die Besetzung der Gebiet wurde militärisch begründet,
> > um sich besser gegen Angriffe aus dem Osten zu schützen.
> >
> Israelis sind wie Deutsche meistens zwar saekular, doch sind unsere
> Kulturen seit dutzenden oder hunderten von Generationen durch eine
> dieser Religionen gepraegt. Selbst ein Atheist hat diese Kultur
> zumindest teilweise mit der Muttermilch eingesogen wie die Werbung.
Mag sein, aber bitte konkret: An welcher Stelle ist das
Verhalten des israelischen Staates von jüdischen Ideen geprägt?
> Die erneuerte (massive) militaerische Besetzung ist aber Folge der
> israelischen _Landnahme durch Siedlungen_ (zudem geographisch
> beherrschend angelegt), die wie in jeder Voelkerwanderung ueblich,
> natuerlich Widerstand provoziert haben.
Die Besetzung hatte eigentlich militärische Gründe.
An seiner schmalsten Stelle ist der Kernstaat nur 18 km (!) breit.
> Der israelische Anspruch auf
> dieses Territorium basiert aber auf antiken und religioesen Quellen.
Nicht zuletzt auf Geschichte und auf einem Fehler im Teilungsplan.
Denn historisch war eher die heutige Westbank das Kernsiedlungs-
gebiet der Israeliten.
> Das Land Israel zwischen Mittelmeer un Jordan.
> Ein ultimativen militaerischen Schutz zB. Tel Avivs gegen einen evtl.
> kuenftigen prosperierenden starken Palaestinenserstaat koennte durch
> geeignete Massnahmen erzielt werden;
Das Gebiet wurde ursprünglich besetzt, um sich
gegen Angriffe aus dem Irak und dem Iran besser
verteidigen zu können.
Wäre Israel 1967 nicht angegriffen worden, hätte
es kaum eine Gelegenheit gehabt, diese Gebiete
zu besetzen.
> wir haben weiss Gott nicht mehr 1967
> (Sicherheitsgarantien UNO, USA,
Super. Polen hatte auch 1939 Sicherheitsgarantien von
England und Frankreich. Hat es was genutzt?
Die USA verteidigen ja nicht mal ihre eigene
Sicherheit mit eigenen Soldaten (siehe Kampf
gegen Al-Qaida in Ost-Afghanistan).
Sich darauf zu verlassen, dass sie die eines
fremden leicht einnehmbaren Staates dann
verteidigen würden, ist gelinde gesagt,
etwas wagemutig.
Und was UNO-Schutz wert ist, haben kürzlich die
Bosnier in u.a. Srebrenica am eigenen Leibe
erfahren dürfen.
> streng abgeschottete IDF-Basis in Westbank…).
> Zudem wird das Existenzrecht Israels nicht einmal
> mehr von Arafat in Frage gestellt.
Das traurige ist, dass das nicht stimmt.
Jedenfalls dann nicht, wenn er arabisch spricht.
(Auf englisch muss er ja die Taube geben.)
Seine Anhänger verstehen ihn sicher sehr
genau, wenn er sagt, dass der Weg
nach Ramle (Stadt im israelischen Kernland)
über Ramallah führt.
Und wenn er ein nicht-symbolisches, sondern
physisches Rückkehrrecht einfordert, ist das
mit einer Anerkennung eines Existenzrechts
auch nicht vereinbar.
Mit freundlichen Grüßen
Molodyez
Verehrter Nyx – Die Politik der Behauptung
27
Sep