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freigeld - Pisa-Politik
By admin | Juli 24, 2008
> Dennoch habe ich ein paar Bedenken, das Wörgler Experiment zu
> verallgemeinern.
Bedenken muß was mit denken zu tun haben, also kann es nur was gutes
sein
> Schwundgeld, Geld also, das seinen Wert verliert, ist von Haus aus
> inflationär, und da es auch keinen Investitonsgewinn (Zins) geben
> kann, wird es rausgeschmissen, was das Zeugs hält (”und wieder einen
> Wochenlohn versoffen”).
du vermischt verschiedene begriffe! inflation bedeutet
preissteigerung. heute halten die notenbanken eine inflation von 2%
für “normal” und damit “stabil”, da jedoch selbst bei 2% inflation
alle 35 jahre sich die preise verdoppeln kann man eigentlich nicht
vin stabilität sprechen. daß man keine echte stabilität hinbekommt
(inflation = 0%) liegt ebenfalls am heutigen geldsystem. mit freigeld
wäre das jedoch machbar!
natürlich liegt auf den geldhaltern ein gewisser druck, weil sie,
wenn sie das geld behalten, eine gebühr zahlen müssen. sie neigen
deshalb dazu, es schneller auszugeben, aber nur weil du
beispielsweise 6% im jahr tragen mußt, würdest du deshalb noch lange
nicht alles auf einmal und sofort ausgeben, oder? nach dieser logik
müßte man sein ganzes gehalt im winterschlußverkauf lassen - weil es
ja grade günstig ist.
das heißt: du hast zwar einen druck, aber einen so geringen, daß du
anders optimierst als heute. du wirst dein geld langfristig anlegen
(zu 0%!) oder damit langlebige Güter kaufen (dinge, die langlebiger
sind als dein geld!). oder es wandelt sich das prinzip “erst die ware
dann das geld” in “erst das geld und dann die ware”. genau wie man
heute auf raten kauft, kann man anschaffungen auch mit freigeld
“abstottern”. es ist ja nicht so, daß das geld im ganzen sich
geändert hätte. es ist nur so, daß die heutige geldhaltegebühr von 0%
etwas angehoben wird. würdest du bei 1% auch panisch alles ausgeben?
bei 2%? wann würdest du wirklich in panik alles geld rauswerfen, nur
um der gebphr zu entgehen? wohlgemerkt: wir reden von JÄHRLICHEN
gebühren in höhe weniger prozente.
> Wie das Wörgler Beispiel zeigt, war die Entscheidung des
> Bürgermeisters für seine Gemeinde die absolut richtige, der
> Geldknappheit erweiterte Lebensmittelkarten entgegenzusetzen (ist ja
> auch in kommunistischen Ländern gemacht worden). Nur:
also das mit den kommunistischen ländern ist mir neu. hast du da
quellen?
naja, aber warte mal ab: die neue weltwirtchaftskrise hat grade erst
begonnen. wir werden vielleicht noch froh sein, wenn wir selbst auf
solche konzepte zurückgreifen können…
> Es war ein begrenzter Raum und - was wohl noch mehr zählt - es ging
> um das nackte Überleben, um die Versorgung mit dem Allernotwendigsten
> für die Menschen. Größere Investitionen konnte sich nur die Gemeinde
> mit der Schwundgeldsteuer leisten.
> Wie jedoch soll das Gesell’sche Schwundgeld in einer Gesellschaft
> funktionieren, in der auch Privatpersonen nicht nur das nackte
> Überleben sich leisten möchten, sondern Anschaffungen tätigen, deren
> Finanzierung nur über Monate bzw. Jahre möglich ist?
es ist doch eine win-win-situation für sparer und kreditnehmer - denn
es gibt nie einen sparer ohne kreditnehmer! heute bringst du dein
geld zur bank und sie verleiht es teuer an andere weiter (und zwackt
sich ihren teil ab
). mit freigeld würde das genauso sein, nur
daß die zinsen nich bei 5% wie heute liegen, sondern um 0%. denn für
dich als geldhalter steht immer die frage im raum: verlust auf das
geld tragen oder es langfristig zu 0% verleihen. kredite würden also
günstig werden, etwas, was immer gut für die konjunktur gewesen
ist…
wenn du also auf diesem weg sparen kannst, ist es für jedermensch
auch mit freigeld möglich, etwas für die altersvorsorge o.ä. zu tun!
> Konkret: wie soll ein Normalbürger sich je ein Auto mit Schwundgeld
> anschaffen können? Sparen geht nicht, da der Geldwert verfault
> (hochinflationär per definitionem!), und Kredit auf Schwundgeld wird
> wohl auch niemand geben. Von Finanzierung von Wohnraum ganz zu
> schweigen.
gegenfrage: wieso sollte es NICHT möglich sein?
wenn ich einen kredit aufnehme, dann tue ich das ja deshalb, weil ich
dafür etwas kaufen will. also gebe ich das geld sofort wieder aus,
ich brauche die gebühr also nicht zu tragen. diesen kredit stottere
ich dann genau wie heute langsam ab, ich konsumiere also eher, als
ich es mir leisten kann. wenn du der sparer bist, hab ich
beispielsweise an deiner stelle konsumiert und zahle dir jetzt dein
geld (via bank) zurück, so daß auch du irgendwann konsumieren kannst.
und das wolltest du doch: deinen konsum verschieben…
volkswirtschaftlich gesehen kann man konsum nur über sparen kredite
verschieben. man kann wert eigentlich nicht aufbewahren, indem man
geld beiseite legt. geld ist nur papier, die ware, die man
stattdessen nicht konsumiert verfällt jedoch, geld nicht! natürlich
ist es für den menschen schwer einzusehen, daß dinge eigentlich nicht
möglich sind, die er bisher für möglich hielt, aber man wählt mit der
wertaufbewahrung in geld zugleich eine krisengeschüttelte wirtschaft.
beides hängt zusammen.
lektüre: zinssystem und staatsbankrott:
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/bankrott.html
> Ich habe ja überhaupt nichts gegen einen guten Tropfen oder gutes
> Bier, aber meinen Rest des Monatslohns versaufen oder sonstwie
> verbraten zu müssen, weil sonst mein Schwundgeld nichts mehr wert
> ist, ist nicht gerade das, was ich mir unter Lebensqualität
> vorstelle.
versteh ich. stellst du dir ständige krisen unter lebensqualtität
vor? wirtschaftswachstum bis zum klimakollaps? indirekte, also
versteckte ausbeutung auch DEINER Arbeit, weil in allen Preisen der
Güter, die du kaufst, 20-40% Zinsen drinstecken? (
http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/creutz/renieder.htm
). Ja, du zahlst heute bei allem was du kaufst Zinsen mit, weil die
Hersteller und deren Lieferanten ihre Kapitalkosten natürlich auf die
Preise umlegen. Zum schluß bleibt das immer beim endverbraucher
hängen. je länger ein zinssystem wie das heutige läuft, umso höher
werden die schulden in dervolkswirtschaft und deshalb umso höher die
zinsanteile. wenn du weißt, daß du heute 30% zinsen bezahlst auf
alles, was du einkaufst, so wirst du noch froh sein, irgendwann nur
6% auf das geld zu zahlen, was du GRADE NICHT AUSGIBST.
> Für ein paar Wirte ist es sicher toll, aber der Zusammenbruch der
> Autoindustrie käme dann doch ein bisschen plötzlich. Und wie soll den
> das Schwundgeld auffangen?
die bricht doch grade mit heutigem geld zusammen…
nicht
gelesen, daß VW über Ostern seine Werke dicht machen will? Die leute
haben kein Geld mehr. Obwohl die Geldvermögen der Deutschen zwar so
groß wie nie zuvor sind, fehlt überall das Geld. Seltsam, nicht? guck
mal hier: http://www.killerzins.de/texte/geld.php
schönen tag, retro
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