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Schwundgeld - Pisa-Politik

By admin | Juli 3, 2008

> http://www.dada.at/niemand/discuss/msgReader$438?mode=day
Danke für diesen hochinteressanten Link.
Dennoch habe ich ein paar Bedenken, das Wörgler Experiment zu
verallgemeinern.
1.
Schwundgeld, Geld also, das seinen Wert verliert, ist von Haus aus
inflationär, und da es auch keinen Investitonsgewinn (Zins) geben
kann, wird es rausgeschmissen, was das Zeugs hält (”und wieder einen
Wochenlohn versoffen”).
Wie das Wörgler Beispiel zeigt, war die Entscheidung des
Bürgermeisters für seine Gemeinde die absolut richtige, der
Geldknappheit erweiterte Lebensmittelkarten entgegenzusetzen (ist ja
auch in kommunistischen Ländern gemacht worden). Nur:
2.
Es war ein begrenzter Raum und - was wohl noch mehr zählt - es ging
um das nackte Überleben, um die Versorgung mit dem Allernotwendigsten
für die Menschen. Größere Investitionen konnte sich nur die Gemeinde
mit der Schwundgeldsteuer leisten.
Wie jedoch soll das Gesell’sche Schwundgeld in einer Gesellschaft
funktionieren, in der auch Privatpersonen nicht nur das nackte
Überleben sich leisten möchten, sondern Anschaffungen tätigen, deren
Finanzierung nur über Monate bzw. Jahre möglich ist?
Konkret: wie soll ein Normalbürger sich je ein Auto mit Schwundgeld
anschaffen können? Sparen geht nicht, da der Geldwert verfault
(hochinflationär per definitionem!), und Kredit auf Schwundgeld wird
wohl auch niemand geben. Von Finanzierung von Wohnraum ganz zu
schweigen.
Fazit:
Ich habe ja überhaupt nichts gegen einen guten Tropfen oder gutes
Bier, aber meinen Rest des Monatslohns versaufen oder sonstwie
verbraten zu müssen, weil sonst mein Schwundgeld nichts mehr wert
ist, ist nicht gerade das, was ich mir unter Lebensqualität
vorstelle.
Für ein paar Wirte ist es sicher toll, aber der Zusammenbruch der
Autoindustrie käme dann doch ein bisschen plötzlich. Und wie soll den
das Schwundgeld auffangen?
Fragt sich so
Hubertus

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